Aufpassen beim Verkauf von Altgold und Schmuck: Zahngold, Münzen, Omas Trauring, Familien- Erbstücke, abgelegter oder kaputter Goldschmuck: Weil der Goldpreis exorbitant hoch ist, kramen zurzeit viele Bürger ihr Altgold zusammen, um es zu versilbern. Denn der Goldpreis ist auf historischem Rekordstand. Doch Vorsicht: Unter den Ankäufern sind viele Betrüger und Schwindler.
Mit altem Goldschmuck lassen sich gerade gute Geschäfte machen. Eine schwere Kette, die 1970 beispielsweise 600 D-Mark gekostet hat, kann heute bis zu 600 Euro einbringen, sagt Willy Fischel, Geschäftsführer des Bundesverbands der Juweliere (BJV). Am Gold-Hype wollen alle verdienen, auch unseriöse Ankäufer. Wer nicht aufpasst, kriegt über zwei Drittel weniger gezahlt als aktuell möglich.
Wo lassen sich die Schätze also am besten zu Geld machen? Auf keinen Fall bei Ankäufern, die mit Werbezetteln auf sich aufmerksam machen wie derzeit bundesweit der Fall. “Leute sollen auch in Handy-Shops und Hinterzimmern von Boutiquen ihr Gold abgeben“, berichtet Falk Murko von “Stiftung Warentest“. Akzeptiert wird angeblich alles, sogar Dentalgold, an dem noch Zähne dranhängen, Tafelsilber oder Silberleuchter. Der Wert der Preziosen wird über den Daumen geschätzt. Das Geld gibt es gleich bar auf die Hand, häufig ohne Quittung.
Doch der Verbraucherschützer warnt: Finger weg, nicht auf unbekannte Händler einlassen. Ahnungslose Verkäufer werden mit einem Bruchteil des Bestpreises abgespeist. Das gelte häufig auch für Internet-Aufkäufer, mahnt Murko zur Vorsicht.
Beim Juwelier ist man da schon besser bedient. Derzeit würden die Fachgeschäfte bundesweit regelrecht überrollt von Kunden, die ihr Altgold bringen und zu Geld machen wollen, betont Fischel. “Es kommen mindestens 40 Prozent mehr Leute zu uns als noch im letzten Jahr.“ Ein Juwelier beurteilt die Stücke nach Karat und Gewicht. Der Stempel auf dem Schmuck gibt Aufschluss über die Metalllegierung. Im 333er Gold ist beispielsweise ein Goldanteil von 33,3 Prozent drin, im 585er Gold 58,5 Prozent.
„Wegen eines Ringes oder ein paar Kettchen sollte man sich lieber an einen Ankäufer seines Vertrauens wenden“, rät Windpassinger. Ihr Tipp: Immer mindestens zwei bis drei Stellen abklappern und Vergleichsangebote einholen. Niemals schon im ersten Geschäft zuschlagen. Und auf keinen Fall fremdes Gold bei Internetauktionen ersteigern in der Hoffnung, es danach mit Gewinn zu Geld machen zu können. „Einen falschen Stempel kann jeder Feinmechaniker herstellen, ein Bild sagt gar nichts über Echtheit und Wert“, warnt die Expertin. (Quelle: Welt-Online)

